ETIKA

DIE GANZE WAHRHEIT

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20.4.2002 – 7.9.2012

49NS22H

Nationalsozialismus: Personen H

Nationalsozialisten, Verführte, Christen, Opfer, Gegner, Vorläufer

Hamsun, Knut, norwegischer Schriftsteller (4.8.1859 - 19.2.1952)

Unruhiges Wanderleben. Mai 1898 Heirat mit Bergliot Göpfert; Tochter Viktoria. Entfremdung, Scheidung. Juni 1909 Heirat mit der jungen, schönen Schauspielerin Marie Andersen. Kurz darauf Austritt aus der Staatskirche, weil kein Pfarrer seine zweite Ehe segnen wollte. 26.5.1945 Hausarrest. "Es folgte nun ein Zeitraum von zwei Jahren, der für den fast Neunzigjährigen ein Freiheitsentzug in wechselnden Formen und im ganzen eine schlimme Quälerei bedeutete, mochte sie auch strang juristisch autorisiert sein." (S. 133) 15.10. Einlieferung in die Psychiatrische Klinik Oslo. Irrenhaus. "Die demütigende Maßnahme bedeutete für den Greis, den Thomas Mann "einen der Größten seiner Zeit" genannt hatte, eine höllische Zeit. Er wurde auf seinen Geisteszustand untersucht. Knut Hamsun! Auf der einen Seite der Waage lagen zwanzig herrliche Bücher seines Geistes, die Freude, Nachdenken, Lebenskraft unermeßlich enthielten und zum Schönsten der Weltliteratur aller Zeiten gehören. Auf der anderen Seite wuchtete sein irrer, störrischer Glaube an einen politischen Abenteurer namens A. Hitler und an die Chimäre des Großgermanischen Reiches die Schale tief hinab. Einen traurigen Vorgang hatten die Gespräche mit dem Psychiater zur Folge. Marie hatte vor dem Professor Aussagen über Knuts Geisteszustand gemacht, die er zu wissen bekam, obwohl der Professor zu Verschwiegenheit verpflichtet war; er reagierte so schroff mit Verbitterung, daß er seiner Frau das Haus Nörholm in einem Zornesausbruch verbot. Es scheint übrigens, daß sie die treibende Kraft seiner Parteinahme für dasd hitlerische Deutschland war. Sie bekam eine Gefängnisstrafe, und er erlaubte ihr erst nach bitteren Jahren beider einsamkeit, wieder nach Nörholm zu kommen. " (S. 135) "Ein Schuldgefühl hatte er nicht. Er sah auch jetzt kein Verbrechen darin, an das Großgermanische Reich geglaubt und der norwegischen Jugend geraten zu haben, sich auf keinen Krieg mit der Besatzungsmacht einzulassen." (S. 136) Vgl. "Auf überwachsenen Pfaden". "Denn die Norweger waren böse auf ihn, er hatte es mit den Feinden gehalten... Sie kamen mit Bücherpaketen unterm Arm und warfen ihm seine Romane über den Zaun von Nörholm. ... Sein Name war verfemt." (S. 139) 16.12.1947 vom Schöffengericht in Grimstad als "Verräter" zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, "die seinen wirtschaftlichen Ruin bedeutete" (S. 146). "Wie hieß doch jener seltsame Satz, der ihm nicht aus dem Gedächtnis kommen wollte und den er einmal bei dem schewdischen Lyriker Fröding gelesen hatte? Er sprach ihn eines Tages, kurz vor seinem Tode, nachdenklich vor sich hin: ... Bei Fröding heißt es einmal an einer Stelle: ,Ein Mann geht über Bord! So so, sagt der liebe Gott. Dann verunglückt noch ein Mensch auf irgendeine andere Weise. So so, sagt der liebe Gott'. ... Und in einem seiner Bücher findet sich irgendwo der Satz: Ein Licht brennt still im Leuchter, die Tür wird aufgemacht, und das Licht geht aus. Wessen Schuld ist es? Schuld, wieso?" (Alle Zitate aus: Knut Hamsun mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt von Martin Beheim-Schwarzbach, rororo Bild-Monographie 1990)
(Hamsun) "war vor allem ein Naturheide, und als solcher sah er Gott und seine Allmacht allein in der Natur und betete ihn darin an. In dieser Theorie ließ er sich von der verlogenen Theorie des Nationalsozialismus irreführen. Nicht zuletzt aber war er ein Freund des deutschen Volkes, mit dem er sich verwandt und der deutsch-romantischen Epoche des vorigen Jahrhunderts nostalgisch zugeneigt fühlte. Zu Unrecht hatte man ihn der Kollaboration für die Besatzungsmacht bezichtigt, vielmehr schrieb er immer wieder Gnadengesuche für die politisch Inhaftierten an die verantwortlichen Stellen. Die Demütigung, die man ihm nach 1945 angetan, war nicht berechtigt. Man hat ihn geistig unzurechnungsfähig erklärt und in eine psychiatrische Klinik gebracht, wo er unwürdigen Schikanen ausgesetzt war." (Hildegard Butz-Seeber, St. Georgen, in einem "Dolomiten"-Leserbrief, 22.9.1998) Kommentar: Knut Hamsun ist in einer Sackgasse gelandet, wie so viele.

Hanussen, Erik Jan van (eigentlich Steinschneider, Herrschel), Hellseher
* 1889 Wien, + 1933 (ermordet). Nachstehendes aus dem Buch von Hans Otto Meissner/Harry Wilde: Die Machtergreifung, Stuttgart 1958, S. 342f.: Der Vater Siegfried, Schmierenschauspieler, nahm den jungen Herrschel mit auf Tournee. Dort lernte dieser alle Tricks der Variétéleute und Zirkuskünstler kennen. Bereits als 21jähriger Chefredakteur der Zeitung "Der Blitz", die vornehmlich von Erpressungen lebte. Im Kriege Soldat, wurde St-H. bald Truppenbetreuer, später Wünschelrutengänger.

1917 gab er in Krakau eine Broschüre heraus "Worauf beruht das", worin er Telepathie und Hellseherei als Betrug entlarvte. Nach dem Kriege wies ihn die österreichische Polizei als Schwindler aus. Er wandte sich nach der Tschechoslowakei. 1929 in Leitmeritz wegen Betruges vor Gericht, wegen Mangel an Beweisen freigesprochen. Seitdem nannte er sich "gerichtlich vereidigter Sachverständiger". Zweites Buch "Das Gedankenlesen" (Wien 1920); auch darin stellte er Telepathie und Gedankenlesen als Schwindel hin. Anschließend widmete er sich eben diesem Berufszweig. "Eroberte" Berlin. Obwohl Jude, wurde er zum eifrigen Propagandisten der NSDAP, gab eine eigene Wochenzeitung heraus und verkehrte mit hochgestellten Führern der SA und NSDAP. Ende 1931 nahm "Berlin am Morgen" den Kampf gegen ihn auf; Chefredakteur Bruno Frei enthüllte St-Hs. Abstammung und bezeichnete ihn öffentlich als Scharlatan, Betrüger, Schwindler und Hochstapler. St-H mußte klagen. Auch der "Angriff" (Dr. Goebbels) nahm gegen ihn Stellung, aber am nächsten Tag (13.12.1931) widerrief die Zeitung alles auf Veranlassung von (Anm.: SA-Obergruppenführer) Graf Helldorf, dem sich St-H. als Sproß eines uralten dänischen Adelsgeschlechtes vorgestellt hatte. Ende 1932 baute er sich in der Lietzenberger Straße16 eine phantastische Wohnung, den "Palast des Okkultismus". Bei der Einweihung am 26. 2.1933 gab er eine Privatséance, in der er "ein großes Haus brennen sah" - den Reichstag. Nach dem Brand versuchte er noch, sich den Mosses-Konzern mit drei Tageszeitungen anzueignen. Er wurde aber am 24.3.1933 verhaftet. Am 7.4. fanden Waldarbeiter seine Leiche in einer Tannenschonung bei Berlin. Der Mörder (im Auftrag von wem?) von Ohst, Helldorfs Adjutant, floh nach Jugoslawien, ausgeliefert, amnestiert. Beisetzung auf Friedhof Stahnsdorf; unter den sieben Anwesenden der evangelische Pfarrer, der ihn getauft hatte. Mit dem Taufschein hatte sich St-H die Mitgliedschaft in der NSDAP erschwindelt. Forderungen der Gläubiger 150 000 Mark. Die Schuldscheine Helldorfs waren verschwunden.

Hanussens 1920 in Wien geborene Tochter Erika zog im Alter von sechs Jahren mit ihrer Mutter, die sich wegen der häufigen Affären des Ehemannes von ihm trennte, nach Meran. Die von den Englischen Fräulein erzogene Tochter traf ihren Vater, als sie zwölf Jahre alt war. Ein Jahr später kam er ums Leben. Als sie erst 17 Jahre alt war, machte der 22 Jahre ältere Sohn eines englischen Lords und einer italienischen Prinzessin, Jack Winspeer Caracciolo (ungefähr so oder anders, nicht schnell genug mitgeschrieben) Erika einen Heiratsantrag, den sie fünf Jahre später, nach dem Krieg, annahm. Nachdem sie die Hotelfachschule absolviert hatte, durfte Erika auch die Schauspielerei studieren. Der US-Filmstar John Wayne kam einmal sogar nach Meran, um sie zu besuchen. O. W. Fischer drehte einen Film „Hanussen“. Erika Fuchs spielte diverse Rollen auf deutsch und italienisch. Ihr Mann wurde von den Nationalsozialisten verhaftet, sie war als Dolmetscherin für die Amerikaner tätig und kam bei dieser Gelegenheit auch in die „Fosse Ardeatine“, wo sie es aber nicht aushielt. Über das Leben der Baronin und Brauereibesitzerin Fuchs schrieb Delia Müller („Sie hat mir die Tochter ersetzt“) ein Buch „Das bittere Leben“ (oder so ähnlich). - Hanussen wollte nicht, dass sich seine Tochter wie er mit der Geisterwelt beschäftigt. Als sie ihn in einer spiritistischen Sitzung trotzdem einmal anrief, bekam sie aus dem Jenseits eine so kräftige Ohrfeige, was alle Anwesenden so konsternierte, dass sie gebeten wurde, nie mehr zu kommen, was sie auch tat. Zu ihrem 90. Geburtstag wurde die in einem Meraner Altersheim lebende würdige Dame, die ein mildes Herz und eine offene Hand auch für kirchliche Anliegen hatte und sehr sympathisch wirkt (unvergeßlich der Brauereibesuch der … vor vielen Jahren)  von Gertrud Prenn für die Sendung „Radio Wohnzimmer“ im RAI Sender Bozen interviewt. (23.9.2010, 17-18 h; daraus stammen die Angaben dieses Absatzes)

Hartmann, Erich, Jagdflieger

Aus dem Buch von Raymond F. Toliver/Trevor J. Constable: Holt Hartmann vom Himmel! Die Geschichte des erfolgreichsten Jagdfliegers der Welt. Motorbuch Verlag Stuttgart, 20. Auflage 1974
S. 265 Triumphierend blickte er (Anm.: der Kriegsrichter) Hartmann an. "Anklage eins. Sie haben an dem illegalen, brutalen und nicht herausgeforderten Angriff auf die Sowjetunion teilgenommen und eine große Menge sowjetischen Kriegsmaterials, einschließlich wenigstens dreihundertfünfundvierzig teure russische Flugzeuge vernichtet. ..."
S. 266: (Hartmann:) "Ich habe russische Flugzeuge als deutscher Soldat abgeschossen, genau wie Ihre Piloten deutsche Flugzeuge abgeschossen haben. Das ist kein Kriegsverbrechen."
S. 270: "Wenn Sie nicht mit uns zusammenarbeiten, werden Sie niemals hier herauskommen."
… "Ich werde Ihr Papier nicht unterschreiben, weder jetzt noch irgendwann. Ich verlange, daß Sie mich erschießen. Ich habe keine Angst zu sterben, und ich will eine Kugel haben."
Das Gesicht des Richters lief rot an. Er ließ seinen Hammer heftig auf den Tisch niedersausen.
"Kriegsverbrecher! Fünfundzwanzig Jahre Zwangsarbeit."

Haushofer, Albrecht, Professor,

siehe Heß, Rudolf

Hedin, Sven, schwedischer Forscher (19.2.1865 - 26.11.1952)

"Sven Hedins Ur-Urgroßvater war ein aus Deutschland eingewanderter jüdischer Rabbiner, der 1771 in Malmö zur christlichen protestantischen Lehre übertrat und getauft wurde. Sven Hedin hatte also einen geringen jüdischen Blutsanteil, genauer ausgedrückt: ein Sechzehntel - ein Umstand, der später gelegentlich erörtert wurde, aber auch Hitler nicht hinderte, zu dem schwedischen Freunde Deutschlands Vertrauen zu fassen." (S. 12f.) Deutschlands unglückliches Schicksal in den Jahren 1918 und 1919 hatte Sven Hedin tief berührt. (S. 190) Entschlossen, den Dingen auf den Grund zu gehen, widmete sven Hedin dann einen beträchtlichen Teil des Jahres 1936 ganz bewußt dem Studium der deutschen nationalsozialistischen Gesellschaftsordnung." (S. 192) Vorwort vom 27.4.1937 zum Buch "Tyskland och Världsfreden" (Deutschland und der Weltfrieden): "Der Nationalsozialismus hat Deutschland aus einem Zustand politischer und moralischer Auflösung gerettet." Als größte Tat des Hitlerregimes bezeichnete Sven Hedin die Aufhebung der Bestimmungen des Friedens von Versailles. (S. 195) - Ich rufe die Jugend der Welt (S. 193) - Sven Hedin äußerte Verständnis für Maßnahmen gegen "übermäßige jüdische Einflußbestrebungen", kritisierte aber schon 1937, "das Ausmaß und die Form der Gegenmaßnahmen haben die Grenzen der Venrunft wie die der Humanität überschritten". Dies war Sven Hedins Ansicht nicht so sehr hinsichtlich der strengen sog. Nürnberger Gesetze von 1935, entschieden aber in bezug auf ihre oft kleinliche und ungerechte anwendung; vor allen beunruhigten ihn Übergriffe gegen Juden, die in der Gesetzgebung des Dritten Reiches in keiner Weise begründet waren, in der Praxis aber stattfanden und oft von den Behörden geduldet wurden. Am empörtesten äußerte sich Sven Hedin über die damalige antisemitische Zeitschrift "Der Stürmer": "In einer Zeit, in der die Freiheit der Presse aus vielleicht verständlichen Gründen so scharf begrenzt wird, wie in Deutschland, sollte eine solche Zeitschrift nicht zugelassen sein. Man staunt über ihren rohen und gemeinen Inhalt und über dieses fortdauernde Steinewerfen gegen einen schon geschlagenen Feind." (S. 201) (Dr. Rütger Essén: Sven Hedin - Ein großes Leben, Druffel Verlag Leoni 1959)

Helldorf, Graf Wolf Heinrich, Polizeipräsident von Berlin, SA-Obergruppenführer, Widerständler
* 1896 Merseburg, + 1944 gehängt. Siehe
Hanussen! Im 1. Weltkrieg Offizier. Freikorps-Kämpfer. 1931 SA-Führer von Berlin-Brandenburg. Arrangierte 1932 die ersten antisemitischen Zusammenrottungen von Berlin, was den Abscheu Hindenburgs hervorrief. 1933 Polizeipräsident von Potsdam, 1935 von Berlin. Schützte merkwürdigerweise viele Juden und verhalf einer Anzahl sogar zur Flucht. 1944 einer der führenden Männer des 20. Juli. Hans Otto Meissner und Harry Wilde schreiben in: Die Machtergreifung (Stuttgart 1958, S. 343) weiter: "Sein Tod hebt kaum die üble Rolle auf, die er in Berlin vor und unmittelbar nach der Machtübernahme spielte."

Hertzka, Gottfried (1913 - 1997) Arzt, Verfechter der Hildegard-Medizin 5#21
Geboren am 12.10.1913 in Badgastein im Land Salzburg als drittes Kind von Dr. Josef Hertzka und seiner Frau Maria Theresia. Vater und Großvater Ärzte. Aufgewachsen in Salzburg. Das Medizinstudium an der Universität Wien beendet er mit dem Doktor-Examen im Juli 1938 in jenen Tagen, als die Truppen Hitlers in Wien einmarschierten. Interessierte sich für Heilmittelherstellung aus Pflanzen und arbeitete auf Bauernhof in Schleswig-Holstein, in Samengärtnerei in Erfurt und in einer Heilmittelherstellung in München. Zehn Jahre betrieb er private Krebsforschung. 1944 erfuhr er, daß die Nazis die Euthanasie einführten und unheilbar Kranke ermordeten. Das brachte ihn in einen schweren Gewissenskonflikt. In einer Nacht las er Hitlers Buch "Mein Kampf" und gestand nachher, daß er von den wahren Absichten der Nazis keine Ahnung gehabt habe. Seine erste Handlung am anderen Morgen war, daß er das Hitler-Bild aus seiner Praxis herausnahm und durch ein Kruzifix ersetzte. Er wurde angezeigt, in Amberg verurteilt und kam für neun Monate in ein KZ bei München. Diese neun Monate KZ (gleiche Dauer wie eine Schwangerschaft) schenkten ihm ein neues Lebensgefühl, und er kam sich vor wie neugeboren. Im KZ mußte er wegen Ärztemangels ständig als Arzt fungieren. Im KZ lernte er den heiligmäßigen Pater Johannes Schmid vom Passionistenkloster Schwarzenfeld kennen, der ihn von der Macht des Rosenkranzgebets überzeugte. Die anrückenden Amerikaner befreiten ihn aus dem KZ. Seit seiner Verheiratung mit Amalie Weissmann, einer Konstanzerin, praktizierte er als Allgemeinarzt mit Naturheilverfahren in Konstanz am Bodensee. Mit einem Apotheker präparierte er nach den Regeln der hl. Hildegard entsprechende Arzneimittel. Er schrieb Bücher über ihre Medizin und hielt Vorträge. Gestorben am 6.3.1997. Beerdigt am 14.3. beim Haupteingang im Hauptfriedhof von Konstanz.
(Aus dem Nachruf von Arnold Guillet, Stein am Rhein, in "Der 13.", 13.4.1997, Seite 21f.)

Heß, Rudolf, Stellvertreter des Führers

"Rudolf Heß wollte1941 unter Einsatz seines Lebens den europäischen Frieden retten, ehe der europäische Konflikt zum Zweiten Weltkrieg ausgeweitet wurde." (DWZ 19/1971) "Der rechtsgerichtete Londoner Daily Expreß hat mit dem Abdruck einer Serie "Der Mann, den die Welt für alle Zeiten eingesperrt hat" eine neue Kampagne für die Freilassung von Rudolf Heß begonnen. Der Verfasser, James Douglas-Hamilton, stützt sich weitgehend auf die bis dahin unbekannten Aufzeichnungen seines Vaters, des Herzogs von Hamilton, den Heß bei seinem Alleingang als wichtigen Verbindungsmann zur britischen Krone und zur Londoner Regierung für seinen Friedensplan einspannen wollte. Die treibende Kraft hinter der Heß-Mission war, wie Hamilton darlegt, der Berliner Geopolitiker, Diplomat und zeitweilige Berater Ribbentrops im Auswärtigen Amt, Professor Albrecht Haushofer." (Süddeutsche Zeitung 27.4.1971 dpa) Im Nürnberger Gefängnis las er am meisten: durchschnittlich zwei Bücher am Tag, von Edgar Wallace bis Rudolf Pechel. (Burton C. Andrus: I Was the Nuremberg Jailer) Im Nürnberger Prozeß zu lebenslänglich Gefängnis verurteilt. Heß weigerte sich, irgendein Familienmitglied zu sehen. (Über ihn hat die Hilfsgemeinschaft für Rudolf Heß umfangreiches, lesenswertes Material herausgegeben.) Dolomiten-Chefredakteur Dr. Josef Rampold kommentierte: 40 Jahre Rache - In Zusammenhang mit der Erinnerung an die Vollstreckung der Todesurteile im Nürnberger Prozeß ist auch der Sonderfall des Rudolf Heß zu sehen, der seit nunmehr über vierzig Jahren gefangengehalten wird - ein halbblinder Greis, der an der Schwelle zum Jenseits steht. - Gewiß, Hess war in einer entscheidenden Phase an unheilvollen Entschließungen der damaligen Reichsregierung beteiligt, aber gerade er war es, der in einem tollkühnen Alleingang - durch seinen Flug nach England - den Frieden herbeiführen wollte. Daß dies nicht gelang, war nicht seine Schuld. Aber während andere, die zuweilen sogar offen zur Gewalt aufrufen, den Friedensnobelpreis erhalten, nimmt die Rache an Hess kein Ende. Dabei muß gesagt werden, daß die deutsche Bundesregierung nichts unversucht gelassen hat, um den alten Mann den Seinen zurückzugeben; aus allen politischen Lagern haben sich Befürworter gefunden - aber von der Seite der Sowjetunion kommt seit eh und je das starre "Njet". Da ist so viel vom Frieden die Rede, aber der Name Hess wird kaum je genannt. Und wer für den Frieden eintritt und diesen armen alten Mann nicht erwähnt, ist unglaubwürdig, in einer Zeit, in der Raubmörder und andere Verbrecher nach einer gewissen Zeit mit Gnade rechnen können. Der Fall Hess ist eine Schande für jene, die daran schuldig sind. (16.10.1986)

Heydrich, Reinhard, Mitarbeiter Himmlers, ab 1936 Leiter der Sicherheitspolizei, Chef der Gestapo

* 1904 Halle, + 1942 Prag (Attentat). Von Göring im Juli 1941 mit der "Endlösung der Judenfrage" beauftragt, 1942 in Prag ermordet. Nachfolger wurde der Österreicher Ernst Kaltenbrunner.
Kurzbiographie von Hans Otto Meissner/Harry Wilde: Die Machtergreifung, Stuttgart 1958, S. 343: Seeoffizier. Nach einem Ehrenverfahren entlassen. 1932 Chef des Sicherheitsdienstes (SD) der SS. 1933 mit Himmler im bayerischen Polizeidienst. Schon bald unentbehrlicher Ratgeber Himmlers. Viele der Erschießungen am 30.6.1934 gingen auf H. zurück. Er plante, die katholische Kirche durch die Infiltrierung von Priesterzöglingen, die vorher in besonderen Schulen trainiert werden sollten, von innen heraus auszuhöhlen. 1942 stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren. Wenige Monate später durch tschechische, von englischen Flugzeugen abgesetzte Widerstandskämpfer so schwer verwundet, daß er kurz darauf starb. Gewisse Umstände lassen darauf schließen, daß sein Tod einigen NS-Größen sehr recht kam. Das Attentat führte zur Vernichtung des Dorfes Lidice. Die Akten, die Heydrich gesammelt hatte, übernahm Kaltenbrunner. Es sollen darunter auch die Papiere gewesen sein, die auf jüdische Vorfahren Hitlers hinwiesen. Wahrscheinlich war Heydrichs eigene Mutter oder Großmutter Jüdin. In NS-Kreisen wurde behauptet, Heydrich habe nach der Machtergreifung den Grabstein seiner Mutter oder Großmutter (mit der Inschrift Sarah Heydrich) auf dem Leipziger Friedhof durch einen solchen mit der Inschrift S. Heydrich ersetzen lassen und auch die Kirchenbücher der betreffenden Seiten beraubt.

Hierl, Konstantin, Reichsarbeitsdienstführer

Himmler, Heinrich, Reichsführer SS
*1900 München, + 1945 Selbstmord, als erkannt. Gymnasium in München und Landshut. 1918 Fahnenjunker. 1924 Diplomlandwirt, gründet 1928 Geflügelfarm. 1930 Reichstagabgeordneter. März 1933 Führer der SS, Polizeipräsident von München. Kommandeur der politischen Polizei in Bayern und anderen Ländern. 1944 Chef des Ersatzheeres. Ende 1944 Armeeoberbefehlshaber.

Vertreter der Rassenlehre. Aufstieg beginnt 1934 nach Röhm-Putsch. Innenminister 1944: Gestapo + SD + Kripo. Im Sommer 1944 ist die Waffen-SS 500 000 Mann stark. 1944 Oberbefehlshaber des Ersatzheeres, übernimmt Heeresgruppe. Fühlungnahme mit England und Schweden ohne Erfolg. (Hans Maier WS 1968/69) Bayer, in Presseberichten nach dem Krieg verächtlich als verhinderter Volksschullehrer und gelernter Hühnerzüchter tituliert. - Strebte Schaffung eines NS-Eliteordens an, aus dem die Führung eines reinrassigen Deutschen Reiches kommen sollte, Hauptverantwortlicher für "Endlösung der Judenfrage",. Zwei führende Mitarbeiter waren Reinhard Heydrich und Oswald Pohl. (28.1.1995 APA) "Insider" Erich Kern(mayr), früherer Frontberichterstatter, schrieb in der "Deutschen Wochen-Zeitung" (27.6.1975): "Himmler führte keineswegs Adolf Hitler Befehle automatisch aus, er glaubte von sich aus, Hitlers Gedanken zu Ende entwickeln zu müssen. Nur so ist das furchtbare Wirken zum Beispiel der SD-Einsatzkommandos zu verstehen, das weit über Hitlers Kommissar-Befehl hinausging. In seiner Rede vor den Reichs- und Gauleitern in Posen am 6.10.1943 erläuterte er den Versammelten die Judenverfolgung keineswegs euphorisch, sondern gestand, daß sie ,für mich die schwerste Frage meines Lebens gewesen ist´ (Heinrich Himmler: Geheimreden 1933 - 1945, Propyläen-Verlag Berlin, S. 196)" Kern fährt fort: "Himmler war der Verfechter der verhängnisvollen Herrenmenschen-Untermenschen-Theorie", die uns letzten Endes den Sieg im Osten kostete. Andererseits war er der erste, der veranlaßte, daß Ukrainer und andere Ostvölker, zum Beispiel Kalmüken, in der Waffen-SS Dienst versahen. Himmler förderte sowohl Wlassow wie die Kosaken des Generals von Pannwitz; leider zu spät, als die Uhr schon abgelaufen war." Hier ein Zitat Himmlers aus dem erwähnten Buch (S. 210): "Die Zeit Adolf Hitlers wird die arische, germanische Menschheit an einen Anfang stellen. Er wird nicht der Glanz der Abendsonne sein, sondern er wird abermals eine neue Blütezeit sein." - Himmler nahm sich mit einem Zyankali-Röhrchen kurz nach seiner Festnahme am 23. Mai 1945 auf einer Landstraße bei Lüneburg das Leben. (Die Welt, 17.10.1969). Rassismus

Hitler, Adolf, Führer
* 20.4.1889 Braunau, + 30.4.1945 Berlin Selbstmord. Sohn des österreichischen Zoll-Oberoffizials Alois Hitler und dessen dritter Ehefrau Klara, geborene Pölzl. Die Eltern wie auch deren Vorfahren (Anm.: Schicklgruber, Hiedler, Hüttler usw.) stammten sämtlich aus dem Waldviertel nordöstlich Linz. Ausführliche Familiengeschichte bei Hans Otto Meissner/Harry Wilde: Die Machtergreifung, Stuttgart 1958, S. 345. Stammbaum bei Erich Kern: Adolf Hitler und seine Bewegung, Göttingen 1970, Innenumschlag.
Meissner und Wilde schreiben: "Franz Jetzinger, der in jahrelanger Arbeit die Dokumente über die Jugend Hitlers zusammentrug, vermutet in seinem sonst recht anerkennenwerten Buche, H.´s Großmutter, Maria Anna Schicklgruber, sei als Dienstmädchen in Graz von einem Juden geschwängert worden. Das muß bezweifelt werden. HW ging allen möglichen Spuren nach, ohne Beweise finden zu können. Es sprechen auch eine Reihe Indizien gegen eine solche Annahme. Fest scheint jedoch zu stehen, daß H. selber an eine solche Möglichkeit glaubte. Er soll sogar mit irgendwelchen, wahrscheinlich gefälschten Unterlagen erpreßt worden sein." (S. 345) - "Seine in seinem Buch geschilderte "Gasvergiftung" mit Erblinden ist eine Erfindung. Er war nur in eine Reiz-, nicht Giftgaswolke gekommen, wie H.`s Feldwebel Amann HW gegenüber zugab; er litt wahrscheinlich an einer Entzündung der Hornhaut.(S. 346) ... Kurz vor Ende des Krieges heiratete er Eva Braun, die in internen Kreisen als seine Geliebte galt, was jedoch nicht zutreffen dürfte. Tags darauf, am 30. April 1945, beging er zusammen mit seiner Frau Selbstmord. (S. 347:) H. war zweifelsohne Eidetiker (Anm.: verwechselt Anschauungsbilder mit wirklichen Objekten).

Verblendet und selbst Verführer, vermutlich dämonisch umsessen (s. Egon von Petersdorff), Verräter an seinem Volk, Massenmörder Unschuldiger und Kriegsverbrecher. Leider ist uns derzeit der Nachweis kaum möglich, daß die gottlosen, antichristlichen und antiethischen Züge des Hitlerschen Systems schon in seinem Buch "Mein Kampf" vorhanden sind, weil die meisten seiner Schriften aus verständlichen Gründen verboten sind, während übrigens die für einzelne nicht minder gefährlichen Theorien anderer Antichristen frei zu haben sind. Uns geht es vor allem darum, die von einigen Katholiken vorgebrachte Behauptung, Hitler sei stets ein guter Katholik gewesen und habe die Kirchen im großen und ganzen gefördert, zum Beispiel mit dem Konkordat, zu widerlegen. Aber das in den Bibliotheken vorhandene Material zum Thema "Hitler und Christentum" und zu den Ursprüngen des Nationalsozialismus in der esoterischen Geheimgesellschaft "Thule" ist sehr dürftig. Was wir erfahren, werden wir nach und nach publizieren.

Das Geheimnis seines Erfolges - Der Verrat an den Werten

Germanische Götter und katholische Kindheit. „Das Neue Groschenblatt“ (3/2002) bespricht eine Neuerscheinung von Alfred Läpple: Psychogramm einer katholischen Kindheit. Christiana-Verlag. CH-8260 Stein am Rhein 2001 http://www.christiana.ch , 226 Seiten, 54 SW-Fotos, 11,34 Euro. Hitler in die Seele geschaut. Der Vater ein Aufsteiger, fortschrittlich gesinnt, dreimal verheiratet; die Mutter auf Ausgleich mit dem autoritär-schroffen Wesen des Gatten und der Rivalitäten der Stiefgeschwister mit dem „Muttersöhnchen“ bedacht. Klara Hitler suchte Halt im Glauben und lehrte Adolf beten. Als Klosterschüler und Sängerknabe im Stift Lambach berauschte er sich an den kirchlichen Festen und träumte sogar davon, Abt zu werden. Die Wiener „Lehr- und Leidensjahre“ brachten ihn auf andere Gedanken. Die katholische Kindheit wirkte zwar sein Leben lang nach, sie wurde aber gründlich auf eine andere Bahn gelenkt. Die Wörter blieben, wurden aber mit einem anderen Inhalt gefüllt. 1915 dichtete der musisch begabte Gefreite im Feld:

„Ich gehe manchmal in rauhen Nächten
Zur Wotanseiche in den stillen Hain,
Mit dunklen Mächten einen Bund zu flechten -
Die Runen zaubert mir der Mondenschein.

Und alle, die am Tage sich erfrechten,
Sie werden vor der Zauberformel klein!
Sie ziehen blank – doch statt den Strauß zu flechten,
Erstarren sie zu Stalagmitgestein.

So scheiden sich die Falschen von den Echten -
Ich greife in das Fibelnest hinein
Und gebe dann den Guten und Gerechten
Mit meiner Formel Segen und Gedeihn.“

Nicht nur Hitler, auch seine Getreuen glaubten – aber nicht an den Christengott. „Adolf Hitler selbst und mit ihm ein Teil der Prominenten – allen voran Rudolf Heß, Heinrich Himmler, der Frankenführer Streicher und der damalige SA-Chef Ernst Röhm glaubten felsenfest an geheimnisvolle, übernatürliche Mächte – an magische Gewalten, den Einfluß der Gestirne, die Kraft von Amuletten, Maskottchen, Talismanen.“ Pater Prof. Alois Mager wußte, warum er von Salzburg aus jeden abend gegen den Obersalzberg den Exorzismus betete. (das Neue Groschenblatt 3/2002)

Hitlers Wahn. Verblendet von der Wahnidee, daß die jüdische Rasse an allem Unheil in der Welt schuld sei (in Wirklichkeit ist das Übertreten der Gebote Gottes, vor allem das eigene Fehlen, an allem schuld), wurde Hitler selbst zum Verführer. Er stellte sein eigenes Volk und die weiße Rasse über alle anderen Völker und Rassen. Hitler machte sich selbst zum Götzen. Die Anpreisung der Fähigkeiten von Propaganda- und Organisationstalent in "Mein Kampf" bezweckte, ihn selbst, in dem diese beiden Eigenschaften hervorragend vereinigt seien, als auserwählten Führer mit göttlicher Sendung darzustellen. Als solcher führte er sein Volk in den Untergang, was viele noch immer nicht wahrhaben wollen, und richtete ein heilloses Chaos in Europa an. Die Frage darf erlaubt sein: Cui bono?

Hitler war dämonisch umsessen. Der in Riffian begrabene Päpstliche Geheimkämmerer Egon von Petersdorff schreibt im zweiten Band seiner Dämonologie (Christiana-Verlag Stein am Rhein, 1982, S. 304f.) "Auch Hitler stand nicht außerhalb der Verantwortung (Anm.: für seine Taten, in bezug auf den freien Willen): er war nicht, wie man es zuweilen von nicht-theologischer Seite hört, ein daemonisch "Besessener" oder gar ein "Daemon", sondern ein daemonisch "Umsessener". Dies aber nach allen Anzeichen sicher! P. Alois Mager nennt ihn ein "Medium des Satans" und pflegte bekanntlich (ETIKA-Anm.: Man soll gar nie "bekanntlich" sagen) gegen ihn von seinem Zellenfenster in Salzburg aus den Fern-Exorzismus zu beten (Anm. 1061, "Satan des nos jours"). Pius XII. hat von dem "Schreckbild Satans" gesprochen, "Wie es der Nationalsozialismus zeigte" (Anm. 1062, am 6.6.1945, Ansprache an die Kardinäle). Das Wirken der Daemonen zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze dunkle Geschichte der ostelbischen Kolonie und ihrer größenwahnsinnigen Aufblähung im braunen pangermanischen Universalreich. Hätte der Nationalsozialismus gesiegt, so wäre es nach den Worten Hitlers seine Absicht gewesen, "die Nationen in einer höheren Ordnung umzuschmelzen", d.h. sie aufzulösen und das göttliche Gebot der Sprachen- und Nationen-Verschiedenheit (ETIKA-Anmerkung: wo lesen wir das heute im Zeitalter der multikulturellen Vermischung sonst? Danke, Egon von Petersdorff!) rückgängig zu machen und somit den gottwidrigen Zustand des Turmbaus von Babel wiederherzustellen (Anm. 1063, Rauschnigg: Gespräche mit Hitler, 1940, pg. 219) (ETIKA-Anm.: Achtung auf EU und UNO!) Und natürlich wäre in diesem totalitären braunen Einheitsstaat kein Platz mehr für die hl. Kirche gewesen, wie aus den Äußerungen des Apostaten Goebbels klar hervorgeht." An anderer Stelle erklärt von Petersdorff: "...es gibt auch geniale Verbrecher, für die in neuester Zeit der ,nachtwandlerische', daemonen-umsessene Hitler ein abschreckendes Beispiel ist. Gerade das Genie ist in besonderer Weise der Gefahr daemonischer Verführung ausgesetzt." (S. 336f.) Und auf Seite 352 kritisiert der Dämonologe den Titel von Carl zuckmayers Drama "Des Teufels General": "... mit dem Teufel ist also Hitler gemeint, der gewiß kein Heiliger war, aber eben als Mensch niemals mit dem Teufel identifiziert werden darf."

Jüdische Freunde. Hitler-Biograph Joachim Fest erklärte, Hitler sei nicht immer vom Ausrottungswahn besessen gewesen. So habe er sich 1919 der Roten Armee unterstellt und in den Trauerzug für den ermordeten jüdischen Chef der Räteregierung, Kurt Eisner, eingerieht. Es sei nicht auszuschließen, daß Hitler später seiner eigenen, zunächst nur taktischen Rhetorik gegen die Juden verfallen sei, so Fest. Nach Studienergebnissen der Historikern Brigitte Hamann hatte Hitler in seiner Jugendzeit in Wien eine ganze Reihe jüdischer Freunde. Seinen jüdischen Hausarzt habe er sogar 1938/39 persönlich unterstützt. Noch 1941 habe der Mediziner unangefochten in die USA emigrieren und sein Haus entgegen der Enteignungspolitik der Nazis normal verkaufen können." (Dolomiten 29.11.1996 dpa)

Krank und süchtig gemacht. Hitler wurde angeblich von seinem Leibarzt Dr. Theodor Morell mit Coffein und Pervitin süchtig gemacht und körperlich allmählich zugrundegerichtet. Darüber berichtete Dr. med. Hans-Dietrich Röhrs 1965 in dem Buch Hitler - Die Zerstörung einer Persönlichkeit" (Kurt Vowinckel Verlag Neckargemünd) und einer langen Serie in der "National-Zeitung" unter dem reißerischen Titel "Zwischen Genialität und Wahnsinn". Hitler seien zuletzt bis zu fünf Spritzen täglich gegeben worden. Das verwendete Pervitin soll reizbar, rechthaberisch, streitsüchtig machen. Die Zeitschrift "Kristall" (8/1965) faßte zusammen: "Demnach war Hitler, der notorische Abstinenzler und Vegetarier, der keine Tasse Kaffee anrührte, für ein kleines Helles nichts als widerwillen empfand und in dessen Gegenwart sich niemand eine Zigarette anzünden durfte, gegen Ende seines Lebens ein durch den Mißbrauch von Drogen ausgehöhltes Wrack." Spätestens ab 1942 habe Hitler in zunehmendem Maße seine geistige Leistungsfähigkeit eingebüßt. Der skruppellose Wunderdoktor Morell, der ein paar Jahre zur See gefahren und dann Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Berlin geworden war, habe seinen Patienten mit Tabletten überfüttert und voll intravenöser Spritzen gepumpt."Zwischen Depressionen und euphorien hin und hergerissen, hielt er in zitternden Händen das Steuer eines mächtigen Reiches und eines gewaltigen Militär-Apparates, bis er beide mit sich in die Katastrophe riß." ("Kristall") Röhrs war bis 1943 als Doktor der Medizin in der Reichsgesundheitsführung tätig. Eine andere Meinung über Hitlers Krankheiten verbreitete das Magazin "Stern". Der Historiker David Irving hat Morells Papiere aus alliierten Archiven zusammengetragen und folgert: "Hitler war weder geschlechtskrank noch impotent noch sonstwie sexuell abnorm, auch litt er nicht an der Parkinsonschen Krankheit. Er war auch weder ein Paranoiker noch schiziod. Ebensowenig ist richtig, daß er von seinen Ärzten, vor allem Morell, systematisch vergiftet oder sonstwie ruiniert wurde..." Hitlers Schädel zeige im Röntgenbild, aufgenommen ein Jahr vor seinem Tod, keinerlei krankhafte Veränderungen. ("Stern" 25/1969)

Personalien (Notizen aus einer NS-Vorlesung von Prof. Hans Maier, dem späteren Kultusminister, im Wintersemester 1968/69): "Adolf Hitler, geboren 1889, entstammte provinziellem Kleinbürgertum. Er war Kind der dritten Ehe seines Vaters; (Franz Jetzinger; Hitlers Jugend, Wien, 1956); Großvater evtl. Jude. 1912 München. Jähzornig, infantil, läßt Donaubrücke so bauen, wie er sie mit 15 Jahren plante, liest alle Bände von Karl May nochmals 1932/33. - In Deutsch-Böhmen 1918 D.N.S.Arbeiter-Partei. Drexler gründet am 7. März Freien Arbeiterausschuß für einen gerechten Frieden. Gründung als Partei 5.1.1919 DAP im Fürstenfelder Hof in München. Im Stern...bräu stößt Hitler dazu. Mitgliedsnr. 555 (Nr. 7 gefälscht). Verbündet mit Dietrich Eckart und Ludendorff. Ordnungszelle Bayern. Einwohnerwehren. A.H. hielt an der Universität München Vorträge. Löwenbräu. Marsch Ludwigsbrücke - Marienplatz - thatinerstraße - Feldherrnhalle. Hier schießen bayerische Truppen auf N.S. Putsch mißlungen! Hitler wagte vorzeitig den Schritt zur Revolution, vertrauend auf die Konservativen, die an der Regierung waren. 5 Jahre Festungshaft für A.H. Bewährung, nur sechs Monate Landsberg. Ludendorff freigesprochen. Jetzt innere Führungskämpfe, Gregor Strasser, Josef Goebbels. Liest Ranke, Treitschke, Bismarck, Marx. 27.2.1925 Neugründung im Bürgerbräukeller. Von 1925 bis 1932 in Deutschland als Staatenloser. 1932 A.H. braunschweig. Reg.rat und Einbürgerung. Frühjahr 1925 NSDAP, SS, HJ usw. 27 117 Mitglieder. 11.5.1926 österreichische NSDAP zur NSDAP. 2. Reichsparteitag in Weimar. Ende 1926 49.000 Mitglieder. 1927 Reichsparteitag in Nürnberg. Sozialistischer Flügel: Strasser Goebbels, rheinische Schwerindustrie, Preußen hebt Redeverbot auf. 1928 108 000 Mitglieder. ... 30.1.1933 A.H. Reichskanzler. 2.8.1934 Röhm-Putsch

Selbstmord Hitlers

Vermeintlicher Retter der Abendlandes. "Sie wollen nicht sehen, daß Deutschland für Europa kämpft, sich für Europa verblutet, um Asien den Weg nach dem Westen zu versperren", stieß Hitler in höchster Erregung hervor (bei einem Gespräch mit dem neuernannten SS-Obersturmbannführer Otto Skorzeny, wie dieser in seinem Buch "Wir kämpften - wir verloren", Ring-Verlag Siegburg-Niederpleis 1962, S 98, berichtet). Diesmal ist Asien der Feind. Hitler sah sich umgeben von Feinden, er glaubte an seine Mission als Retter des Abendlandes, und viele glaubten an ihn.

Verrat an Südtirol

Vorläufer des Antichrist. Egon von Petersdorff meint in seiner Dämonologie II (S. 418): "... die wahren Antichristen heißen ganz anders: in neuerer Zeit etwa Voltaire und sein gelehriger Schüler Friedrich II. von Preußen, Lord Byron, Goethe, Wagner, Nietzsche, Victor Hugo, Carducci, als Politiker auch Hitler, von den Lebenden abgesehen. Sie alle haben in ihren Wirkungskreisen, durch Wort und Tat, Christus und Seine hl. Kirche bekämpft und den Geist ihrer Zeit vergiftet, in einer Weise, wie es der wahre Antichrist gleichfalls, nur in unvorstellbar furchtbareren Ausmaßen und in Zusammenfassung aller seiner Vorläufer, in der Letztzeit tun wird." Von Petersdorff hält in diesem Zusammenhang die Schilderungen von Msgr. Benson in "Herr der Welt" (1908) für längst überholt: "Die Menschen der Letztzeit werden ein KZ-Lager wohl als Erholungsstätte ansehen." (S. 420)

Schizophrenie Hitlers. Ein Übergewicht des privaten Selbst geht mit Depressionen einher, das Übergewicht des öffentlichen Selbst führt zu einer schizophrenen Struktur. ... Früh schon war bei (Hitler) eine narzistische Fixierung auf ein grandioses öffentliches Selbst festzustellen. Das hing nicht nur damit zusammen, dass Hitlers Mutter in ihm etwas ganz Besonderes sah, es waren vor allem Kompensationen seines Versagens: In den Realschulen in Linz und Steyr blieb er mehrfach sitzen und erreichte keinen Abschluß. Er reagierte darauf mit Überheblichkeit. ... Hitler war unfähig, auch nur den kleinsten Rat anzunehmen. Das führte zu einem wahnhaften Umweltbezug mit allen Merkmalen einer schizophrenen Psychose. ... Matussek: "Das Bedürfnis, sich aus tiefen Demütigungen zu erheben, verband die Deutschen mit dem Geistesgestörten." Hinzu kam die paranoide Angst vor der ökonomischen und intellektuellen Überlegenheit der Juden. ... Er brauchte die Massen, und die Massen brauchten Hitler. Als im Zweiten Weltkrieg die Erfolge ausblieben, machte er nicht sich selbst, sondern das deutsche Volk dafür verantwortlich, das ihn zum "Führer" und "Erlöser" erhoben hatte. (Werner Birkenmaier in der "Stuttgarter Zeitung" vom 28.7.2000, S. 33, über das Buch von Paul Matussek u.a.: Hitler. Karriere eines Wahns. Herbig-Verlag, München, 303 Seiten, 49.90 Mark.)

Höß, Rudolf, Kommandant des KZ Auschwitz-Birkenau

NSDAP-Mitglied seit 1922, Kommandant in Auschwitz vom 1.5.1940 bis 1.12.1943, organisierte und befehligte den Massenmord an Ort und Stelle. Seine Nachfolger waren SS-Obersturmbannführer Arthur Liebehenschel und SS-Sturnbannführer Richard Baer. 1946 in Krakau hingerichtet. (28.1.1995 APA). Seine eidesstaatliche Erklärung (...ich schätze daß mindestens 2 500 000 Opfer dort durch Vergasung und Verbrennen hingerichtet und ausgerottet wurden") veröffentlichen wir unter 49ns69

Hudal, Alois, Dr. Bischof

Geboren 1885 in Graz. 1908 Priesterweihe. 1914 - 1923 Professor an der Universität Graz, danach Rektor der Deutschen Nationalstiftung der Anima und Berater des Heiligen Offizium. Erich Kern(mayr) schrieb am 10.9.1976 in der Deutschen Wochenzeitung über seine "Römischen Tagebücher" (Leopold Stocker Verlag): "Dieser hervorragende Kirchenfürst war aber als Steiermärker Grenzlanddeutscher. In ihm glühte die Liebe zu seinem Volk gleichermaßen wie zu seinem Gott. Er suchte daher den Kontakt mit dem Nationalsozialismus, in der Hoffnung, diese Volksbewegung christlich umformen zu können. Er wollte im Interesse des Reichsgedankens die ,maßgeblichen Stellen des NS von ihrer völlig verfehlten Rassenpolitik´ abbringen (Seite 17). Hudal verfaßte zu diesem Zweck 1936 ein grundsätzliches Buch "Die Grundlagen des NS", das mit Zustimmung Adlf Hitlers in Wien erschien. Sowohl aus der katholischen Kirche, aber auch aus Reihen der NSDAP wurde Hudal heftig angegriffen. ... Hudal griff nach den Grundsäulen des Nationalsozialismus. Er forderte den Verzicht auf die Rassentheorie und die Überantwortung der Jugenderziehung an die Konfessionen. Hudal verweist darauf, daß auch um Heinrich Himmler Kreise bestanden, die eine Aussöhnung mit der katholischen Kirche anstrebten. Himmlers zaghafter Versuch blieb nach der Gewinnung einiger katholischer Persönlichkeiten in Österreich (die alle mit SS-Rängen ausgestattet wurden, einer davon ist heute noch Chefredakteur eines prominenten Wochenblattes) hoffnungslos stecken. Einzige Unterstützung fand Hudal bei Herrn von Papen und bei Reichskommissar Josef Bürckel, der dafür bekannt war, daß es ihm völlig egal war, ob Deutsche katholisch, evangelisch oder anderswie um den Sieg beteten: Hauptsache sie beteten darum! 1934 geriet Hudal bei Papst Pius XI., den er in einer Privataudienz für seinen Brückenschlag gewinnen wollte, auf schroffe Ablehnung." Soweit Erich Kern. Von 1944 bis zu seinem Tod 1963 in Rom (Grab auf dem Campo Santo Teutonico) mußte Hudal für seine Einstellung bitter büßen. Sein Vermächtnis (S. 260): "Die große Lehre der Geschichte ist, daß der NS sein Ende verdient hat, daß man jede parteipolitische Staatstotalität - ob links oder rechts - ablehnen muß, da sie religiös versagen, daß die Demokratie trotz mancher Schwächen diesen vorzuziehen ist, und daß die Kirche außerhalb der einen Politik ihre Sendung verwirklicht, das mahnende Gewissen der Menschheit zu bleiben."